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  Die Marknagelentfernung
 

Die Marknagelentfernung


Nach zwei Jahren und 5 Tagen war es nun endlich soweit. Am 14.04.2011 kam der Marknagel wieder raus.

Einige Tage vorher war ich schon etwas angespannt, aber auch ziemlich neugierig wie es jetzt ist wieder ohne Metall im Bein zu laufen.

Am 13.04.2011 ging wie immer die bekannte Fahrt nach München los ohne besondere Vorkommnisse. In der Buchhandlung am Hauptbahnhof hab ich mir noch schnell ein interessantes Buch gekauft und dann gings auch schon los mit der S-Bahn Richtung Romanplatz.

Im Krankenhaus wurde ich dann vom Anästhesisten über mögliche Risiken bei der Operation aufgeklärt, Blutdruck gemessen und die Beinrasur kontrolliert damit für den bevorstehenden Eingriff alles blitzeblank ist.

Am 14.04.2011 gings dann so gegen Mittag los. Die Beruhigungstablette haute dieses mal voll rein, so bedusselt war ich schon ewig nicht mehr In der OP-Schleuse war wieder herrlich gute Laune und viel Witz angesagt. Mein Professor kam mich auch nochmal kurz besuchen und fragte nach, ob ich noch ein paar Sonderwünsche hätte. meinen Sonderwunsch konnte allerdings nur der Anästhesist erfüllen 


Eine bis eineinhalb Stunden später kam ich im Aufwachraum wieder zu mir. Dieses mal kannte ich mich am Anfang noch gar nicht aus und dachte ich würde noch operiert werden. Ich wollte etwas sagen was nicht ging, wollte die Augen öffnen - was nicht ging, wollte meine Finger bewegen, die auch noch nicht wollten immer noch im Glauben operiert zu werden und zeigen zu wollen das ich wach bin...das war wirklich Horror und überall dieser "Lärm" und redende Schwestern. Erst als ich meinen Professor fragen hörte, wie es mir geht, wusste ich, dass alles in Ordnung war. Nach ein bisschen Gejammer über die Schmerzen im Bein was ja eigentlich gar keine sind, sondern nur ein seltsames Gefühl schlief ich wieder ein. Nach einiger Zeit wurde ich wieder wach und musste ziemlich dringend auf die Toilette warum treibt dieser blöde Tropf auch so Leider oder zum Glück? kam der Topf zum Einsatz.

Nach einer halben Ewigkeit wurde ich endlich auf das Zimmer geschoben. Meine Mutter und Geschwister erwarteten mich schon, fuhren aber schon bald wieder nach Hause damit ich mich erholen konnte.

An diesem Tag durfte ich nicht mehr aufstehen, was sowieso nicht gegangen wäre, weil ich mich so kraftlos und matt fühlte. Nachdem ich mich wieder ein bisschen besser fühlte, kam ein kurzer Lage-Check unter der Bettdecke. Na herzlichen Dank auch... Wundschläuche. Mir wurde jetzt schon ganz schlecht an den Gedanken daran, dass die auch wieder raus mussten. Aber jetzt erstmal wieder schlafen...

Am nächsten Tag wurde ich dann mit dem Rollstuhl in das Bad geschoben um mich ein bisschen frisch zu machen. Schööön langsam Zähneputzen, Haare kämen und Katzenwäsche selbstverständlich hat mein Prof. wieder ein Kunstwerk aus Orange (Jod) auf meinen Bauch, Hüfte und alles was ihm in den Weg kam, gepinselt . Trotz dass ich wirklich vorsichtig war und die ganze Zeit saß, merkte ich, dass irgendwas nicht stimmte und mir von Sekunde zu Sekunde komischer wurde. jetzt ganz schnell der Schwester klingeln, bevor ich vom Stuhl kippe...könnte auch nur mir passieren Nach einem Augenblick warten, einen Puls von was weiß ich und schwitzigen Händen kam dann endlich die Krankenschwester Gott war ich froh sie zu sehen! Sie merkte gleich was mit mir los war und schob mich wieder zum Bett - zwischen Bett und Bad lagen zwei Meter. Während dieser kurzen Distanz wurde mir schwarz vor Augen, schwindelig und hatte ein Rauschen in den Ohren, sodass ich die Krankenschwester fast gar nicht mehr hören konnte. Nach dem Blutdruckmessen und etwas Trinken gings dann langsam wieder.

Nach zwei Tagen besuchte mich Professor Baumgart und kümmerte sich um mein Wohlbefinden. Es kam der dicke Verband runter und ich konnte mein Bein begutachten. Wirklich ein komischer Anblick jetzt keinen Sensor mehr unter der Haut zu sehen und zu spüren. Leider war das Bein trotz dickem Verband doch noch ganz schön geschwollen. Es kamen auch die Wundschläuche wieder raus, was dieses mal irgendwie gar nicht so schlimm war. wobei ich mächtig Bammel hatte

Die ersten drei Tage nach der OP ging ich auf Krücken weil ich mich noch wackelig und unsicher fühlte. Danach aber wurde ich dann auch schon entlassen mit dem Auftrag mein Bein die nächsten Tage noch zu schonen und mir Thrombose-Spritzen zu setzen. Juhu *Ironie aus*

Nach 10 Tagen ging ich in der Hoffnung nun endlich meine Fäden ziehen lassen zu können zu meinem Hausarzt. Nachdem er mich fragte, ob alles ok bei mir sei und ich es bejahte machte er ganz vorsichtig die ganzen Pflaster ab und entfernte die Fäden von den kleinen Minischnitten. Leider wollte er die Fäden von den 2 großen Nähten noch nicht ziehen weil das Knie immer noch stark angeschwollen war.
Ich glaub er hat noch nie einen so traurig guckenden Patienten gesehen, der noch eine Woche Katzenwäsche vor sich hatte


Am 02.05.2011 hatte ich dann meinen ersten Kontrolltermin nach der Metall-Entfernung. Mein Professor war vollstens zufrieden. Am Ende von der Untersuchung durfte ich dann auch endlich einen Marknagel sehen. Ein Foto davon konnte ich nicht machen weil er steril eingeschweißt war. Aber er sieht genauso aus wie ich ihn mir vorgestellt hab.
Ich muss jetzt noch vorsichtig sein und "sollte es vermeiden mir das Bein zu brechen" Lieber Professor, ich werds probieren, kann aber nix versprechen Mein Oberschenkelknochen braucht jetzt ein Jahr bis er so bombenfest ist wie ein "gesunder".

Der Marknagel wird übrigens mit einem Spezialwerkzeug einfach wieder rausgezogen. Es ist anscheinend total einfach, wenn sich das Implantat nicht querstellt.





 
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